2021. Corona everywhere.
Aufgrund der aktuellen Umstände kommt das analoge, öffentliche und insbesondere auch das kulturelle Leben fast zum erliegen. In Folge dessen verschiebt sich sowohl unsere Arbeit, als auch unsere Freizeit unweigerlich immer mehr in den digitalen Raum. Es ist an der Zeit adäquate und langfristige Lösungen zu finden. Wir glauben, dass wir als Gestalter*innen einen wichtigen Beitrag leisten können, den digitalen Raum und die Art und Weise, wie wir uns dort begegnen und kommunizieren, aktiv mitzugestalten.
Die Idee dieses Projekts besteht darin, eine Plattform zu konzipieren, die es ermöglicht Live-Erlebnisse adäquat zu digitalisieren – je nach Anwendung an die Gruppe der Nutzenden anpassbar, inhaltlich skalierbar und modular erweiterbar.
Das Konzept wurde am Beispiel eines Theatererlebnisses entworfen. Es baut inhaltlich, strukturell und visuell auf den Überlegungen zum analogen Theaterbesuch und seiner Adaption ins Digitale auf.
Ziel war es, die Aufführung in den digitalen Raum zu erweitern und mit multidimensionalen Erfahrungen zu ergänzen. Dabei ging es uns darum, neben dem eigentlichen Gegenstand der Aufführung, weitere virtuelle Zugänge und Begegnungsräume zu schaffen. Dadurch wird eine neue Form der Öffentlichkeit und des Austausches ermöglicht.
Die Umsetzung erfolgte dann durch die Konzeption und Gestaltung einer digitalen Plattform, die es den Zuschauenden ermöglicht, das Theater-Erlebnis als räumliche Verortung zu begreifen und sich durch virtuelle Räume zu bewegen, die die vorher definierten Zeiträume aufgreifen und dem Theater-Erlebnis so eine Struktur geben. Navigiert wird durch das Zusammenspiel einer App mit einer Bildschirm-Anwendung. Der Main-Content auf dem Bildschirm bleibt dadurch ungestört durch Interaktions- und Navigationselemente oder Pop-Ups. Bei der Gestaltung der Plattform war es uns wichtig, die Oberfläche zurückhaltend zu gestalten, um dem Inhalt genug Raum zu geben. Gleichzeitig sollte ihr ein eigener künstlerischer Stellenwert beigemessen werden – es sollte ein gestalteter digitaler Raum eröffnet werden, der auch einen sinnlichen Eindruck des Erlebnisses vermitteln kann und als eigenständiges Erlebnis, statt als digitaler Ersatz gesehen werden kann.
Welches Setting braucht ein rundes Theatererlebnis? Neben einer Kopräsenz von Darstellenden und Publikum sind auch der Austausch, der Dialog, das Wahrnehmen mit und von Anderen essenziell für ein schönes Erlebnis. Auch ein zum Stück ergänzendes Rahmenprogramm, ist ein Angebot, das Besuchende eines Theaters gerne wahrnehmen.
STUDIENPROJEKT Betreut von Prof. Detlef Rahe und Prof. Tanja Diezmann
KONZEPT & GESTALTUNG in Zusammenarbeit (äußerst erfolgreich) mit Caroline Schneider
IN KOOPERATION MIT Theater Bremen
INHALTE & BILDRECHTE Theater Bremen
SCHRIFTEN Cako Regular & Kobe Regular [VJ Type Foundry]
JAHR 2022